Aus der Chronik der Stadtmusik

Die Entstehung der Stadtmusik kann man mit dem Jahr 1897 festlegen. Durch eine Musiklyra und Bildmaterial kann dies auch bestätigt werden. Es war zwar zu Beginn nur eine kleine Musikschar, welche sich um die beiden Musiker Gölz Sepp und Wieser Wastl scharte. Die in der Überlieferung als "Wilde Banda" benannte Musikgruppe probte im Hohenegg und ab Jahr 1907 in dem vom Wieser Wastl angekauftem Haus Trofengbachgasse Nr. 4.

Ältestes Bild 1898 "Wilde Banda"

Ältestes Bild 1898 "Wilde Banda"

Nach den Jahren des 1. Weltkrieges konnte der Militärhornist David Hofer das Werk seines Vorgängers fortführen. So wurde 1925 ein AMV gegründet und die Musik mit einer Uniform neu eingekleidet. Bis 1937 konnte er die jetzt sogenannte "Hofer Musi" leiten, welche ihn im April 1937 zum Ehrenkapellmeister ernannte.

Hofermusi in den 30er Jahren

Hofermusi in den 30er Jahren

Mit diesem Jahr wurde auch der MV von der Gemeinde Eisenerz unter der Stabführung von Ludwig Glaser aus Lienz kommend, übernommen.

Musikverein Edelweiß in den 20er Jahren

Musikverein Edelweiß in den 20er Jahren

Er wurde im Jahre 1945 von dem Flügelhornisten Roman Fadinger abgelöst. Im Herbst 1948 übernahm der ehemalige Kapellmeister der Bergkapelle, Alfred Ledl, sein Amt und leitete die nunmehrige Stadtkapelle bis April 1953.

1.8.1948 Stadterhebung "Gemeindekapelle"

1.8.1948 Stadterhebung "Gemeindekapelle"

In dieser Zeit erlebte die Musik ihren bis jetzt größten Aufschwung. Es wurden bereits Konzertreisen im In- und Ausland gemacht und das, heute noch beliebte, Weihnachtskonzert veranstaltet. Nach seinem Ausscheiden übernahmen die nun verwaiste Musikkapelle Alois Jarc und Viktor Bürger, bis sich schließlich dieser prächtige Klangkörper im Jahre 1955 aus den verschiedensten Gründen gänzlich auflöste. Diesem Umstand zufolge wurde laut Gemeinderatsbeschluß vom 23.12.1955 der Leiter der Musikschule, Oskar Seiler, damit beauftragt, eine Jugendkapelle aufzubauen. Durch den großartigen Einsatz der eingestellten Musiklehrer Hemetsberger, Prein, Stadler und Weiß, entstand in kürzester Zeit ein Blasorchester, welches am 28.12.1956 beim 1. Konzert im Gewerkschaftshaus vorgestellt werden konnte.

St. Peter Freienstein 1958 "Jugendkapelle"

St. Peter Freienstein 1958 "Jugendkapelle"

Nachdem bereits 1960 ein Musikerausschuß gewählt wurde und 1962 eine Uniform angeschafft wurde, konnte der Wiederaufbau als gelungen angesehen werden. Durch den Umstand, daß der jetzige Kapellmeister aus verschiedenen Gründen vom Dienst suspendiert und ins Burgenland ziehen mußte, war diese junge Musikkapelle wieder verwaist.

Durch eine öffentliche Ausschreibung kam nun der, in der Weststeiermark wirkende, Prof. Helmut Staral, welcher über Ende des Jahres 1963 wieder in seine Heimat zurückkehrte. Nach kurzer Überbrückung durch die Musiklehrer Prein und Schranz wurde mit 23.4.1964 der Kapellmeister der Bergmusikkapelle, Hans Kefer, auch zum Leiter der Stadtmusikkapelle bestellt. Trotz verschiedener Schwierigkeiten konnte zu dieser Zeit die erfolgreiche Aufwärtsentwicklung fortgesetzt werden.

1967 Stallhofen "Stadtkapelle"

1967 Stallhofen "Stadtkapelle"

Durch sein Ableben im Jänner 1971 mußte nun der erste Klarinettist, Johann Mühlbachler, die Leitung der Kapelle übernehmen. Er wurde bei der Gemeinderatssitzung am 23.9.1971 offiziell zum Kapellmeister bestellt.

Durch den unermüdlichen Einsatz des Kapellmeisters und der Einstellung von neuen Musiklehrern, wie Auer Walter und Panner Eduard, konnte der erfolgreiche Weg der Stadtmusikkapelle fortgeführt werden. So wurden durch die gute Zusammenarbeit von Kapellmeister, Obmann und Musikern, großartige Bezirksmusikfeste, Musikfestivals und Auslandsreisen veranstaltet. Durch die Neuinstrumentierung 1971 und die Neueinkleidung in eine Tracht 1973, war es nun auch möglich, an Großveranstaltungen, wie WIG 74, Monfalcone 75, Landesmusikfest in Feldkirch 1976, Konzertreise in die Bretagne 197, Landesmusikfest Weilheim 1978, Münchner Oktoberfest 1979 und die Konzertreise 1980 nach Dünkirchen durchzuführen. Auch konnte erstmals erfolgreich innerhalb und außerhalb der Landesgrenzen an Wertungsspielen teilgenommen werden. Höhepunkte des Wirkens von Kapellmeister Johann Mühlbachler, neben den vielen Wertungsspielen, waren vor allem die, über ORF ausgestrahlten Wunschkonzerte, die neu eingeführten Jahresabschlußkonzerte, sowie die 1985 durchgeführte Plattenaufnahme. Aus gesundheitlichen Gründen übergab Kapellmeister Johann Mühlbachler beim Jahresabschlußkonzert 1987 an den bereits als Vizekapellmeister wirkenden Helmut Stangl. Neben der musikalischen Übergabe in jüngere Hände, wurde auch die organisatorische Leitung 1982 von Klaus Lindner übernommen, welcher in den Jahren 1994 – 1996 von Rudolf Singer abgelöst wurde. Auch übernahm der Bürgermeister das Amt des Präsidenten und es wurden 1988 der langjährige Kapellmeister Johann Mühlbachler zum Ehrenkapellmeister und der 22 Jahre wirkende Obmann Hubert Wörnschiml zum Ehrenobmann ernannt. War es bis jetzt immer das Bestreben, die 1956 neu gegründete Jugendkapelle aufzubauen, galt es nun unter der jungen Führung das Erreichte zu festigen und auszubauen.

1967 Stallhofen "Stadtkapelle"

Stadtmusikkapelle im Jubiläumsjahr

Durch die immer schlechter werdende Arbeitsplatzsituation in unserer Heimatstadt, ergaben sich dadurch immer neue Probleme. Trotzdem ist es dem jungen Team gelungen, weitere Konzertreisen in die Schweiz, Spanien und Frankreich durchzuführen und Musikfeste zu veranstalten. Außerdem konnte im Jahre 1990 eine weitere Schallplatte produziert werden. Schon auf diesem Tonträger konnte das vergrößerte Repertoire mit den verschiedensten Musikgruppen vorgestellt werden. So gilt es nun den ganzen großen Bogen der Blasmusik, sei es im großen Blasorchester oder bei der Bauernmusik, Big Band, Brassquintett, Bläserquartett oder den Weisenbläsern aufrecht zu erhalten. Um all dies bewerkstelligen zu können, bedarf es großer Anstrengungen von der Führungsspitze bis zur jüngsten Musikerin und jüngsten Musiker. 

Im Jahre 1999 beendete Kapellmeister Helmut Stangl seine Funktion und die Stadtmusikkapelle Eisenerz stand wieder vor dem Problem, einen neuen Kapellmeister zu suchen. Mit großem Glück konnte sie Prof. Mag. Franz Cibulka für diese Funktion gewinnen, der im Millenniumsjahr seine neue Funktion übernahm. Der neue Schwung in der Kapelle wurde im Jahr 2000 durch die Konzertreise nach Malta und die CD-Aufnahme mit Werken unseres neuen Kapellmeisters unterstrichen.

Es ist wohl ein langer, mühsamer, arbeitsreicher und mit mancherlei Schwierigkeiten verbundener belasteter Weg, der sich über 100 Jahre hinzieht, doch mit dem Geist der Gründer und der Unterstützung der Stadtgemeinde, sowie der Bevölkerung von Eisenerz, wird auch in Zukunft die Stadtmusik bestehen können.

Aktualisiert am 19. Juni 2001